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Ich wohne in einem unbändigen Diamanten, alles Durchsichte der Erde ist Stoff geworden vor meiner Stirn... (Pablo Neruda)

Letzte Worte:

"Hugenottenfriedhof"-Lied
Ja mir gefiel dieses Lied vopn W.Biermann auch, vor...
Günter H. Schullenberg, Düsseldorf (Gast) - 11. Jul, 10:38
Literarischer Alkoholismus...
Viele Autoren, die ich bewundere, waren Alkoholiker....
Matthias Gerhards - 2. Apr, 00:23
schöner Beitrag
Blutig bricht der Frühling los laut geht das Grauen...
Chris (Gast) - 1. Apr, 14:23
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Matthias Gerhards - 31. Mär, 21:58

Dasein und Sosein:

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Seefahrt und Rueckkehr

Das Recht auf Glück (02.03.06)

Als ich im Supermarkt in das Gesicht eines Mannes blickte, der mit weitsichtigen Augen nach abgelaufenen Wurstwaren fahndete, während der Filialleiter immerzu seinen Namen rief, verstand ich plötzlich, warum für manche Menschen das Leben nur unter Betäubung zu ertragen ist. Es ist nicht das Leben, das uns unerträglich scheint. Das Unglück liegt in den Dingen, die uns die Anderen antun, während sie versuchen ihr Glück zu finden.

Das Ende der Depression (03.03.06)

Wenn die Zeit der Verzweiflung endet, scheint alles im Leben neu und gut zu sein. Es ist als würden alle Dinge, sogar die Menschen, die mir am nächsten sind, vor meinen Augen noch einmal erschaffen. Die Verzweiflung ist eine Droge, die süchtig macht, wenn ihre Wirkung plötzlich zu Ende ist.

Die Würde des Menschen (01.03.06)

In einem banalen Augenblick auf der Autobahn verflog meine Einsamkeit wie eine Wildtaube, die plötzlich ihre Flugrichtung änderte, weil ihr ein Raubvogel zu nahe gekommen war. In diesen Momenten, wenn ich mich von mir selbst entfremde, wenn ich mir sicher bin, dass ich für immer in meiner Unfähigkeit gefangen sein werde, scheint mir die Verzweiflung das letzte Mittel meine Würde zu wahren. Die einzige Größe eines Versagers, liegt im Ausmaß seines Versagens.

Grenzen (28.02.06)

Wenn ich an meine Grenzen stoße, bleibt hinter mir nichts als ein leerer Raum, denn jede meiner Fähigkeiten, wird plötzlich bedeutungslos.

Berlin Hugenottenfriedhof (01.04.2005)

Mitten in der fremden Stadt finde ich plötzlich etwas Vertrautes. Als ich fast noch ein Kind war und die Welt noch ummauert und in Ordnung war, besang Wolf Biermann den Friedhof der Hugenotten an der Friedrichstrasse. Die Schallplatte war bei einem meiner vielen Umzüge verloren gegangen, aber jetzt stand ich unvermittelt vor den Toren des besungenen Friedhofes und es war wie eine Erinnerung an etwas, das ich niemals erlebt hatte. Dort lagen die französischen Immigranten aus den letzten Jahrhunderten mit ihren klangvollen Namen und die Künstler aus der kurzen Zeit des deutschen Sozialismus, die schon fast in Vergessenheit geraten sind. Im Schatten der Maulbeerbäume ruhten Brecht und Becher, Anna Segers, Heinrich Mann und mancher Andere, deren Werke ich niemals gelesen hatte. Ihr Gräber waren verfallen wie ihre Körper und nur manchmal lagen Steine auf dem Grab oder Blumen als Zeichen des Gedenkens. Aber inmitten der Vergänglichkeit verlor ich plötzlich jede Angst vor dem Tod und die Aussicht vielleicht eines Tages in diesem schönen Stück Erde zu liegen und nicht allein zu vermodern, schien mir geradezu tröstlich. In diesem Augenblick verstand ich, dass meine Angst vor dem Tod, die ich fast täglich mit mir herum trug, nur die Furcht vor der letzten unauslöschlichen Einsamkeit war.

Seefahrt und Rückkehr (01.09.2004)

Als ich nach zwei Jahren aus meinem geliebten Exil nach Deutschland zurückkehrte, hatte ich beständig das Gefühl, meine Windschutzscheibe müsste gereinigt werden, denn alles schien mit einem eigentümlichen Grauschleier überzogen zu sein.

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Mein geliebtes Exil
Poetischer Rest
Seefahrt und Rueckkehr
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